Implantologie

Die Implantologie ist ein Zweig der Zahnheilkunde, der sich mit dem Einsetzen von Implantaten in den Knochen befasst, wodurch die verlorene Zahnwurzel ersetzt wird. Durch den Prozess der Osseointegration geht das Implantat, das aus biokompatiblem Titan besteht, einen festen Verbund mit dem umgebenden Knochen ein und ermöglicht eine funktionale und ästhetische Kompensation eines oder mehrerer verlorener Zähne.

In welchen Fällen kann ein Implantat eingesetzt werden?

Das Implantat kann im Falle des Verlusts eines Zahnes eingesetzt werden, um benachbarte Zähne zu erhalten und um ein Bohren für das Erstellen eine Brücke zu vermeiden. Im Falle eines Verlusts von mehreren Zähnen können Implantate selbstständig oder in Kombination mit den verbleibenden Zähnen als Brückenträger und in einer Situation kompletter Zahnlosigkeit für das Fixieren einer Zahnprothese oder für die Herstellung fester Prothetik (Kreisbrücke) verwendet werden.

Implantat-Einsetzungsverfahren

Der Einsetzungsprozess des Implantats erfolgt unter örtlicher Betäubung, ist vollkommen

schmerzfrei und dauert 10 bis 15 Minuten pro Implantat. Die Anfertigung der Prothese auf den eingesetzten Implantaten beginnt nach drei bis sechs Monaten, abhängig von der Osseointegration des Implantats.

Erfolgsfaktor und Dauerhaftigkeit der Implantat-Therapie

Implantate werden in der Zahnheilkunde bereits mehr als 30 Jahre verwendet. Mit der Anwendung neuer Technologien steigt der Prozentsatz des Erfolgs ihrer Osseointegration ständig und beträgt momentan 97%, hängt aber auch von der gesundheitlichen Situation des Patienten, der Knochenqualität und Knochenmenge sowie guter Mundhygiene ab. Die Dauerhaftigkeit des Implantats hängt von einer Reihe individueller Faktoren ab und beträgt laut Forschungen von 5 bis 20 Jahren, allerdings kann mit der richtigen Mundhygiene und regelmäßigen Untersuchungen beim Zahnarzt lebenslanges Bestehen erwartet werden.

Wem wird das Einsetzen von Implantaten empfohlen?

Implantate können jungen Patienten, bei denen das Wachstum und die Entwicklung des Knochensystems noch nicht abgeschlossen sind, nicht eingesetzt werden.

Lokale Kontraindikationen für die Verwendung von Implantaten sind pathologische Veränderungen im Kieferknochen und an der Mundschleimhaut, Xerostomie und schlechte Mundhygiene.

Als allgemeinmedizinische Kontraindikationen für das Einsetzen von Implantaten werden ein schlechter, allgemeiner Gesundheitszustand, rheumatoide Arthritis, das Sjögren-Syndrom, Erkrankungen des Knochensystems (z.B. Osteomalazie, Osteoporose) und Stoffwechselerkrankungen angesehen.

Jugenddiabetes wird als absolute Kontraindikation angesehen, während Altersdiabetes als eine relative Kontraindikation für das Einsetzen von Implantaten angesehen wird. Patienten, die an Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems leiden, wird empfohlen, sich mit ihrem Arzt zu konsultieren.

Als temporäre Kontraindikation wird die Einnahme von Medikamenten wie Corticosteroiden und Immunsuppressiva angesehen, aber auch Rauchen, Schwangerschaft (wegen der Möglichkeit von Gingivitis), akute Entzündungserkrankungen, Chemotherapien, Strahlentherapien und Infektionen.